Erholung mit Pferden

Der Schwarzwälder Fuchs

Der Schwarzwälder Fuchs oder auch Schwarzwälder Kaltblut kommt, wie der Name vermuten lässt, ursprünglich aus dem Schwarzwald. Die Rasse wurde gezüchtet um im unwegsamen, hügeligen Gelände Feld- und Waldarbeit zu verrichten. Zu den Hauptmerkmalen des Schwarzwälders gehören Eigenschaften wie genügsam, gutmütig und meist auch sehr ruhig im Temperament, jedoch nicht faul.

Der Schwarzwälder steht auf der roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutztierrassen in Deutschland. Ende der 70er Jahre war diese Rasse fast ausgestorben.
Es wird jedoch vermutet, dass die Zuchtgeschichte bereits aufs Mittelalter zurück geht. So munkelt man von Aufzeichnungen aus Klöstern von Anfang des 15ten Jahrhunderts über das Wälderpferd. 1896 wurde ein Stutbuch eröffnet und die Schwarzwälder Pferdezuchtgenossenschaft gegründet.
1880 wurde das Körgesetz eingeführt.

Nach dem zweiten Weltkrieg waren im Stutbuch knapp über 1200 Stuten verzeichnet. Durch die Motorisierung 1947 entstand ein massiver Rückgang dieser Zahl. Den Tiefstpunkt erreichte die Wälderzucht 1977 mit nur noch 159 registrierten Stuten. Ebenfalls wurden 7 der 9 Hengslinien ausgelöscht. Somit blieben noch die D- und M- Linie über die Hengste Deutschritter und Mittler.
In der Zeit zwischen 1880 und ca. 1960 wurde vermehrt versucht schwere Kaltblüter einzukreuzen. Die Wälderzüchter wehrten sich und züchteten, trotz zum Teil hoher Strafen, lieber mit ungekörten Wäldern weiter. Einzig der Anfang 20. Jahrhunderts eingekreuzte, gekörte Ardenner Hengst Marquis findet sich in vielen Wälderlinien wieder – die anderen schweren Kaltblüter konnten sich nicht druchsetzen.

Aufgrund der nur noch geringen Zahl reinrassiger Stuten wurde es in den letzten Jahrzehnten notwendig einzelne Hengste anderer Rassen zur Zucht zuzulassen um damit eine zu hohe Inzucht zu vermeiden.

Die Norikerhengste Reith-Nero und Wirts-Diamant wurden in den siebziger Jahren Begründer der R- und W-Linien. Mit dem Freiberger Hengst Hauenstein brachte man über die Stutenseite neues Blut in die Rasse. In den achtziger Jahren begründete dann der Freiberger Hengst Dayan die neue F-Linie. In den neunziger entstanden mit Hilfe des Schleswiger Kaltblut Hengstes Varus die V-Linie und mit dem Noriker Hengst Riff-Vulkan die K-Linie, welche sich allerdings nicht durchsetzte.

Jüngst wurden Zuchtversuche mit Leonhard (aus einem Welsh-Cob-Hengst) unternommen. Leider wurde eine neue L-Linie bei der Körung abgelehnt.
Aktuell stehen in BW 28 Deckhengste zur Verfügung, wovon von 2 Frischsamen bezogen werden kann. Bundesweit gibt es an die 40 gekörte Hengste.
Ebenfalls stehen gekörte Hengste in den Niederlanden, in Österreich, USA und Canada. Die Rasse selber hat auch in anderen Ländern ihre Fans gefunden, wie z.B. England, Schweiz, Dänemark usw.

Erwähnenswert ausserdem die Farben des Schwarzwälders! Gewünscht wird ein Dunkelfuchs oder Fuchs mit hellem Langhaar. Grau in der Mähne wird weniger gerne gesehen. Ausserdem wird der Schwarzwälder seit jeher von der Familie Blattert in Dillendorf in Braun mit schwarzem Behang gezüchtet. Letztes Jahr durfte die Familie feiern – es gibt nun einen einzigen gekörten Rapphengst. Die letzte Rappstute war ebenfalls im Besitz von Familie Blattert. Und ja, auch den Schimmel gab oder gibt es – aktuell gibt es nur noch eine einzige Schimmelstute, welche leider bis jetzt nur fuchsfarbene Fohlen brachte. Die Schimmelhengste wurden leider nicht gekört und deshalb kastriert … ob die Schimmelfarbe Fortbestand hat ist fraglich! Schade!

Empfehlungen unsererseits: mit den Büchern Schwarzwälder Kaltblut Band I – III geht die Lektüre nie aus und man kann sich alles Wissenswerte über die Rasse anlesen 🙂