Erholung mit Pferden

Ein Weihnachtsmärchen – oder Sandra’s Kinderwunsch

Schon als Kind dachte ich immer „pho, Spanier!!!“ Und dieser Kinderwunsch ist geblieben – einmal im Leben einen Spanier im Stall haben. Klar, es geht nichts über Schwarzwälder … aber …

Letztes Jahr dann, kurz vor Weihnachten, stieß ich per Zufall in Facebook auf ein Preisausschreiben, bei dem man einen gewissen Betrag für ein Pferd nach Wunsch aus Spanien gewinnen konnte.
Tja, versuchen wir unser Glück, hab ich mit wenig Hoffnung gedacht und daran teilgenommen.
Genau ein Jahr ist es jetzt her, als plötzlich eine Nachricht kam „herzlichen Glückwunsch, Du kannst Dir ein Pferd im genannten Preisrahmen aussuchen“ … ich konnte es kaum glauben, mein Kindertraum schien in Erfüllung zu gehen.
Die deutsche Agentur, die Pferde aus Spanien vermittelt, hat uns dann „geprüft“ und befunden, sie schicken uns mal eine Auswahl an Pferden.
Ich hab mir die angeschaut und musste sagen „optisch perfekt, aber das falsche Geschlecht. Das richtige Geschlecht, aber optisch nicht meins.“ … nach einigem hin und her fragte mich dann die Agentur nach meinen Wünschen – für mich als Stutenmensch keine Frage „Stute muss es sein! Und wenn die noch braun mit schwarzem Behang wäre, dann wär das „mein“ Pferdchen.“

Tja, Monate zogen ins Land ohne „mein“ Pferdchen. Irgendwann letzten Sommer fragte mich dann die Agentur an, ob es wohl auch ein Fohlen sein dürfe … warum eigentlich nicht! Zumal wir ja Leyla als einziges Fohlen hatten dieses Jahr und es für sie ja auch von Vorteil wäre, einen gleichaltrigen Spielkameraden zu haben. Also gut, ein Fohlen sollte es sein!
Ein paar Tage später erhielt ich zig Bilder mit zig Fohlen … phu, wer die Wahl hat hat die Qual …
Schnell war klar, entweder wird es „Alma“ oder „Luz“, wie die beiden genannt wurden. So bat ich um mehr Bilder von den beiden, die ich auch kurz darauf erhielt.
Die Bilder wurden vergrössert, unter die Lupe genommen und Stück für Stück genauestens betrachtet. Generell gefiel mir „Alma“ besser, bis ich dann auf 2 Bilder stieß, auf denen man deutlich sehen konnte, dass sie hinten durchtrittig war … im Trab Fessel auf dem Boden … das gefiel mir gar nicht! So wurde „Luz“ genauer angeschaut und sie schien perfekt.

Wieder zogen Wochen ins Land in denen nichts passierte, bis eines Tages plötzlich unsere Bekannte Chantal anrief „ich bringe Dir in 20 Min. dein Fohlen“ … oha! Wir sind ja zum Glück flexibel, also rasch Stall einstreuen und alles vorbereiten.

Und dann kam sie!!! Völlig abgemagert, krank, verängstigt und wohl noch nie in ihrem jungen Leben von einem Menschen angefasst worden. Die Frage aller Fragen: wie sollen wir den Rotz bekämpfen, wenn sie sich nicht anfassen lässt … somit war klar, erst in Isolation stellen und Anfass-Training.
Das war im September …
Es folgten Stunden der Geduld, des Hoffens, des Abwartens, Schritt für Schritt Vertrauen aufbauen, X-Tierarztbesuche und Medikamente … Wochen, in denen wir nicht wussten, ob‘s die Kleine schafft oder ob wir sie erlösen müssen!

Heute, 1 Jahr nach dem Gewinn und ¼ Jahr nach ihrer Ankunft, können wir sagen „ja, sie hat es geschafft“!!!
Seit einer Woche haben wir einen kleinen Spanier, der sich seines Lebens freut, der mit Flauschi und Leyla um die Wette rennt und absolut dankbar ist. Jedes Mal wenn sie mich hört, antwortet sie mit einem Wiehern, dass einem Donnergrollen gleicht … es bleibt einem keine andere Möglichkeit, als zu lächeln und einfach Freude an ihr zu haben.

Wie ihr weiterer Weg mit uns ist wissen wir heute noch nicht. Im Moment soll sie mit Leyla zusammen ihre Kinderstube genießen und einfach Fohlen sein und das Vergangene vergessen.

Was wir aber sicher wissen: jetzt braucht sie dringend einen Namen! „Luz“ wurde sie nur vom Agenten genannt – ihr Pass enthält noch keinen Namen. Sie soll einen Namen erhalten, der uns dran erinnert, was sie durchgemacht hat, oder mit welcher Freude sie jetzt durchs Leben geht, irgendetwas Spezielles für unseren kleinen Sonnenschein.